09:30 Uhr ging es los, natürlich ein bisschen früher aufstehen, damit man noch das Frühstück ausnutzen kann. Wie es im Balkan so ist, passiert alles später und Jelena (unsere Fahrerin) kam erst gegen 10:00 Uhr. Die Strecke ging bis fast vor die bosnische Grenze nach Hum. Das waren fast zwei Stunden fahrt durch eine wirklich sehenswerte Landschaft, entlang in die Berge an einem Stausee bis zum Ziel. Mit uns fuhren noch ein Neuseeländer und eine Schwedin. Die Beiden kamen aus Budva und Kotor, das heißt die waren schon wirklich lange unterwegs an diesem Tag. Jelena konnte sehr gut englisch, so dass die Verständigung im Auto kein Problem war.

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Sie erzählte uns ein paar interessante Dinge über die Region. Das Piva-Kloster wurde bei der Stauung des Sees überflutet und man hat es, um es zu erhalten, abgebaut und original an einem höher gelegenen Ort wieder aufgebaut. Sie meinte, man kann die Nummerierung der Steine heute noch sehen. Das konnten wir leider nicht überprüfen, da wir dort nicht waren. Die Stadt Plužine war davon auch betroffen, allerdings ist die alte Stadt einfach untergegangen und die neue wurde weiter oben neu aufgebaut.

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Entlang des bis zu 1200 Meter tiefen Stausees kann man an vielen Stellen einfach rechts ran fahren und hat einen tollen Blick auf den See. Auch an der Staumauer direkt kann man halten und Fotos machen, das ist schon imposant, wenn man da auf der deinen Seite 200 Meter in die Tiefe schauen kann und auf der anderen Seite weiß man, dass das Wasser jetzt 200 Meter tief ist. Die Straße windet sich dann durch viele kleine und größere Tunnel richtung der Grenze zu Bosnien und Herzegowina. Über die Fahrweise der Montenegriner sollte man vielleicht noch ein Wort verlieren: Jelena sagte uns, dass wir deutschen so vorbildlich fahren – als Sie mit 100 durch die 50er-Zone fuhr. Überholen auf einer zweispurigen Bergstraße wenn Autos entgegenkommen ist auch kein Problem. Das ist sehr abenteuerlich, aber ich habe mich nur selten unwohl gefühlt – sehr angenehmer Fahrstil, die Dame.

IMG_20150816_140309Da wir etwas spät dran waren, mussten wir schnell frühstücken und bekamen unseren Neoprenanzug, die Schuhe (ich habe Crocs bekommen -.-) und den „Helm“. Eine halbe Stunde mussten wir noch fahren, über die Grenze auf unbefestigten Pisten entlang zum Zielort, bei dem wir ins Wasser einsteigen konnten.

Aus dem Auto raus, die Frauen haben die Paddel bekommen, die Männer mussten das Boot tragen. Mit uns im Boot saßen noch eine russische Familie. Insgesamt waren wir 10 Leute inklusive dem Tourguide im Boot. Der erste Kontakt mit dem 7 Grad kalten Bergwasser war … naja man kann es sich vorstellen. Eine kurze Einweisung über das Paddeln und dann ging es los. Das Wasser des Flusses war total klar und man konnte direkt aus dem Fluss trinken: Hand rein und lostrinken. Lecker! Der Tourguide hat viel erzählt – leider konnte er kaum englisch und hat auf russisch geredet. Da kam mir mein Russischkurs zugute, teile von dem gesprochenen habe ich doch verstanden.

Irgendwann kamen wir an einen kleinen Halt, an dem schon zahlreiche andere Boote lagen. In dem kleinen Basin war ein großer Felsen, von dem man springen konnte. Das war ein Erlebnis! [Video] Aus dem warmen 5 Meter ins eiskalte Wasser springen, kurzer Schock, auftauchen, weiter atmen, an Land schwimmen. Geil! Nach 4 mal springen ging es weiter im Boot. Eine atemberaubende Landschaft! Ruhige Teile und ab und zu ein paar Stromschnellen, allerdings nichts, was gefährlich gewesen wäre. Vorbei an am Ufer stehenden singenden Russen, an einem kleinen süßen Wasserfall wurde es langsam kalt und nach ein paar schnelleren Stromschnellen kamen wir nach drei Stunden zum Ziel.

Das Boot mussten wir wieder aus dem Wasser zum Auto tragen und dann ging es Bergauf durch einen kleinen Pfad zum Ausgangspunkt wo Jelene auf uns wartete. Zur Stärkung gab es etwas zu essen und warmen Tee für mich.

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Zurück ging es mit Jelena wieder mit dem Auto, wir machten noch Stopps an verschiedenen Spots, um Fotos schießen zu können. Ein Tag an der frischen Luft tat sein übriges und alle nickten kurz weg.

In Podgorica im Hostel kochten wir noch kurz Nudeln mit Soße und gingen schlafen. Am nächsten Tag ging es um 09:30 nach Sarajevo.

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